Die IG Metall Detmold ist von den vorgelegten Ergebnissen der Rentenkommission enttäuscht. Aus Sicht der Beschäftigten bleiben zentrale Fragen zur langfristigen Sicherung einer gerechten und verlässlichen Altersversorgung unbeantwortet. „Das Renteneintrittsalter bei steigender Lebenserwartung über 67 Jahre hinauszuerhöhen, wäre ein schwerer Schlag für viele Beschäftigte“, erklärt Daniel Salewski, erster Bevollmächtigter der IG Metall Detmold. „Schon die aktuell geltenden Grenzen sind oftmals aus gesundheitlichen Gründen nicht erreichbar, eine Anhebung des Zugangsalters würde somit eine indirekte Rentenkürzung bedeuten.“ „Die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und das Alter für den vorzeitigen Renteneintritt mit Abschlägen von 63 auf 64 Jahre zu erhöhen, schlägt in die gleiche Kerbe und ist abzulehnen. Auch würde ein wichtiges Instrument zur Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen, die „Frühverrentung“, in Situationen eines notwendigen Personalabbaus in angeschlagenen Betrieben erschwert.“ so Salewski weiter. Die Sicherung eines Rentenniveaus von mindestens 48 Prozent darf kein vorübergehendes Ziel sein, sondern muss dauerhaft gesetzlich festgeschrieben und perspektivisch erhöht werden. Ob das vorgeschlagene Modell zur Kapitaldeckung (2 Prozentpunkte in eine individuelle kapitalgedeckte Rente) dies garantiert, ist mehr als fraglich, schon die Erhöhung des Nachhaltigkeitsfaktors wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Rentenhöhe aus. Sich in die Abhängigkeit der Finanzmärkte zu begeben, bei einem Kernelement des Sozialstaates ist unkalkulierbares Risiko. Die geplante Einbeziehung Selbstständiger und möglicherweise Bundes- und Landtagsabgeordnete ist grundsätzlich richtig, führt aber noch lange nicht zu der von der IG Metall geforderten umfassenden Erwerbstätigenversicherung. Eine mögliche Einführung eines erweiterten Freibetrags für die gesetzliche Rente im Rahmen der Grundsicherung und die Abschaffung von Mini-Jobs ist ein richtiger Impuls, um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu fördern. „Am Ende muss festgehalten werden, dass die Vorschläge der Kommission enttäuschen, wichtige Aspekte wie z.B. die Reduzierung der sogenannten Versicherungsfremden Leistungen wurden gar nicht angegangen und die Rente – solidarisch, verlässlich und armutsfest nicht nachhaltig gestärkt“, erklärt Salewski abschließend.